CDU-Ratsfraktion Bonn

CDU-Fraktion plädiert für Uni-Ausweichquartier in der Bonner City

Das Universitätshauptgebäude im kurfürstlichen Stadtschloss in der Bonner Innenstadt bedarf einer durch das Land NRW finanzierten umfassenden und dringenden Grundsanierung. Dies hat der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, in der Sitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit am 30. November erläutert.  Dazu muss das Gebäude  ab dem Jahr 2023 komplett leergezogen werden und steht voraussichtlich für mehr als 10 Jahre nicht für eine universitäre Nutzung zur Verfügung. Die CDU-Ratsfraktion spricht sich daher für ein längerfristige Interimslösung in der Bonner City aus. „Die CDU-Ratsfraktion unterstützt den ausdrücklichen Wunsch der Universität mit ihren bislang im Hauptgebäude untergebrachten drei Fakultäten mit rund 10.000 Studierenden auch während der Sanierungsphase des Schlosses in der Bonner Innenstadt präsent zu bleiben“, betont CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Guido Déus MdL.
Provisorium in der Innenstadt notwendig

Bei der Suche nach einem Ausweichquartier in der Bonner Innenstadt darf es aus CDU-Sicht keine Denkverbote geben, beispielsweise auch für die Übergangszeit bis zur Instandsetzung des Schlosses einen oder mehrere ökologisch hochwertige und architektonisch ansprechende Bauten mit Hörsaalqualitäten in den Bonner Stadtgarten und auf die Bonner Hofgartenwiese zu setzen. Guido Déus: „Es muss gelingen, universitäre Lehre, Studierende und Mitarbeitende unmittelbar in der Bonner City zu halten. Aufgrund der langen Sanierungszeit von derzeit mindestens 10 Jahren gehört das Provisorium genauso wie das bisherige Uni-Hauptgebäude in die Mitte unserer Stadt.“ Dies entspricht der mehr als 200jährigen Tradition der Bonner Universität, die seit ihrer Gründung im Herzen Bonns angesiedelt ist.

 

Für die Stadtverwaltung besteht jetzt dringender Handlungsbedarf. Daher fordert die CDU-Ratsfraktion die Stadtspitze auf, unverzüglich in vertiefende Gespräche mit der Universität einzutreten, und gemeinsam nach Lösungen für einen Interimsbetrieb im Bonner Zentrum zu suchen.

„Unsere international anerkannte Bonner Exzellenzuniversität hat einen respektvollen Umgang und die besondere Berücksichtigung ihrer Interessen verdient“, so Déus weiter. „Dazu gehört auch, endlich Planungssicherheit im Viktoriakarree zu schaffen.“ Denn die Universität benötigt für ihre insgesamt 35.000 Studierenden unabhängig von einem angestrebten Provisorium dauerhaft weitere Räume für ihre Bibliothek und den Vorlesungsbetrieb.

Weiteres Ausbluten der City vermeiden

Sollte das Ausweichquartier in der Innenstadt nicht realisiert werden, befürchtet die CDU-Fraktion ein weiteres Ausbluten der Bonner Innenstadt. Handel und Gewerbe im Zentrum sind bereits durch die Konkurrenz des Internethandels und die Folgen der Corona-Krise gebeutelt. „Wenn verwaltungsseitig hier nicht schnellstmöglich Innenstadtmöglichkeiten gefunden und „gangbar“ gemacht werden, wäre dies ein weiterer Beitrag zur massiven Schwächung des Bonner Einzelhandels“, warnt Torben Leskien, wirtschaftspolitische Sprecher der CDU- Stadtratsfraktion.“ Ein weiterer Aspekt sollte ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden: „Die meisten Studierenden sind auf den ÖPNV und/oder das Fahrrad angewiesen und daher an einem möglichst gut erreichbaren, zentralen Standort interessiert“, so Leskien weiter.

„Die Chance, unsere Bonner „Alma mater“ mit fast einem Drittel ihrer Studierenden auch während der Sanierungszeit des Schlosses in der Bonner Innenstadt zu halten, darf nicht verspielt und muss unmittelbar und mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Universitätsstädten ist damit das studentische Leben mitten in der Stadt verankert und nicht wie ein Satellit in der Peripherie angesiedelt. Das macht neben anderen Faktoren auch den Charme und die Attraktivität der Bonner Uni aus und bedeutet gleichzeitig auch eine Bereicherung des stadtgesellschaftlichen Lebens“, appelliert Déus an die Oberbürgermeisterin und die Bonner Stadtverwaltung.